„Ich wünsche mir, dass die Betrachter von diesen Bildern träumen“ – Sabine Schnakenberg
Shownotes
In dieser Folge von DAS IST KUNST spricht Jumoke Olusanmi mit der Kuratorin Sabine Schnakenberg.
Sabine Schnakenberg ist Kuratorin der Sammlung F.C. Gundlach im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg. Jahrelang hat sie eng mit dem bedeutenden Fotografen und Sammler F.C. Gundlach (1926–2021) gearbeitet. In Hamburg hat sie zahlreiche Ausstellungen in den Deichtorhallen kuratiert, darunter viel beachtete Retrospektiven von Harry Callahan, Jerry Berndt und Ralph Gibson sowie Gruppenausstellungen wie The Concept of Lines oder Street. Life. Photography. Derzeit ist ihre Ausstellung COCKTAIL PROLONGÉ mit Werken aus der Sammlung F.C. Gundlach zu sehen, die die vielfältigen Inszenierungsmöglichkeiten von Körperlichkeit zeigt.
Im Podcast spricht sie über ihre Zeit mit F.C. Gundlach, warum sie nachts von den Bildern aus ihren Ausstellungen träumt und was die Fotografie gefährlich macht.
Die Ausstellung COCKTAIL PROLONGÉ: F.C. GUNDLACH SPECIAL
9. Triennale der Photographie Hamburg
Alle Informationen zum Besuch der Deichtorhallen Hamburg
DAS IST KUNST ist eine Produktion der Deichtorhallen Hamburg in Zusammenarbeit mit ByteFM / Moderation und Produktion: Jumoke Olusanmi / Redaktion: Gabriela Basso, Priska Dolling, Matthias Schönebäumer / Musik: Alex Blancke / Logodesign: Gabriela Basso / Foto: Philip Meuser
Transkript anzeigen
00:00:04: Hallo und herzlich willkommen zu Das ist Kunst, dem Podcast der Deuchtheil in Hamburg.
00:00:09: Ich bin Jumoko Ulusanmi.
00:00:11: In dieser Ausgabe spreche ich mit Sabine Schnakenberg.
00:00:14: Sie ist Kuratorin der Sammlung FC Gundlach im Haus der Fotografie.
00:00:18: Anlass unseres Gesprächs ist die Ausstellung Cocktail Prolongé – FC Gundlach Special ,die im Rahmen der neuen Triennale der Fotographie Hamburg zu sehen ist.
00:00:28: Franz Christian Grundlach, kurz FC-Gundlach zählt zu den bedeutendsten deutschen Modefotografen der Nachkriegszeit.
00:00:35: Mit seinen Bildern prägte er über Jahrzehnte die Inszenierung des weiblichen Körpers.
00:00:40: Privat sammelte Gundlach aber auch Fotografin, die ganz andere Perspektiven auf Körperlichkeit zeigen.
00:00:46: Für Cocktail Pro Langer hat Sabine Schnackenberg Arbeiten aus Gundlaches Sammlung ausgewählt, die unter anderem queere Identitäten sichtbar machen – die Sexualität humorvoll inszenieren und den Körper als Ausdruck von Widerstand- und politischen Forderungen
00:01:02: zeigen.".
00:01:03: Und der Witz ist eben halt so eine kleine unschuldige Fotografie, die kann gar nichts!
00:01:07: Die kann nicht sprechen, die kann keine Meinung einnehmen.
00:01:11: Sie kann aber Gefühle transportieren und das macht sie
00:01:14: gefährlich.".
00:01:15: Wie die Zusammenarbeit mit FC Gundlach war?
00:01:18: Welche Geschichten einzelne Fotografien in der Ausstellung erzählen... ...und was der Titel Cocktail Pro Langer mit FC Gündlachs sozialen Vorlieben zu tun hat?
00:01:27: Darüber spreche ich mit Sabine Schnakenberg!
00:01:31: Wenn euch der Papkaz gefällt, empfehle ihn gerne weiter.
00:01:34: Schön, dass du da bist, Sabina.
00:01:35: Ich
00:01:35: danke dir.
00:01:37: Du betreust die Sammlung von FC Gundlach am Haus der Fotografie in Hamburg und kuratierst auch regelmäßig andere künstlerische Positionen in Ausstellungen.
00:01:46: Aber jetzt hast du dich mit der Sammlung von FC Gundlach für die Ausstellung Cocktail Prologé beschäftigt, und bevor wir gleich darüber sprechen wollte ich aber erst mal mit dir anfangen Sabine.
00:01:56: Wir
00:01:56: sehr gerne!
00:01:56: Ich weiß, du hast sehr lange mit FC Guntlach zusammengearbeitet.
00:01:59: Wer war er eigentlich für dich?
00:02:01: Also so furchtbar lang habe ich nicht mit ihm zusammen gearbeitet.
00:02:05: Also ich kannte ihn seit dein neunzehn und neunundneunzig und hab dann zwei tausend Eins für ihn angefangen zu arbeiten und hat dann bis April zwei Tausend Sechs für ihn gearbeitet... Ja!
00:02:17: Zwei Tausends Sechs.
00:02:18: Und dann bin ich rüber gegangen in die Deichtorhallen mit seiner Sammlung.
00:02:22: Okay, also du bist mit seiner Sammlung rübergegangen und wann ist er gestorben?
00:02:28: Ich meine ja.
00:02:29: Ja okay na gut aber in dieser langen Zeit hattet ihr ja miteinander zu
00:02:33: tun.
00:02:34: Auf jeden Fall immer.
00:02:35: Über zwanzig Jahre.
00:02:36: Natürlich!
00:02:37: Aber selbstverständlich... Also ich habe ihn so kennengelernt, ich denke mir da war er so Mitte-Siebzig Und ich habe ihn also wirklich bis zu seinem Tod, auch über die letzten Jahre.
00:02:47: Wo er in einem, wie heißt es das?
00:02:51: Einem Ressort oder einer Residenz an der Seniorenresidenz gewohnt hat immer wieder besucht und so weiter.
00:02:58: In der Zeit habe ich ihn doch ziemlich gut kennengelernt.
00:03:01: Wie habt ihr euch denn eigentlich kennengelernen?
00:03:03: Wir haben uns kennen gelernt am Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.
00:03:06: Dort habe ich mal ein Jahr gearbeitet als studentische Hilfskraft Und habe die Sammlung umgezogen, vom zweiten Obergeschoss in die Kellerräumlichkeiten und er machte eine Ausstellung mit meiner ehemaligen Chefin Frau Dr.
00:03:22: Gabriele Bittankur zusammen und in den Sammlungsräumlichen und da haben wir uns das erste mal kennengelernt Und ich durfte so ein bisschen assistieren und da habe ich ihn so das erste Mal so richtig live, in Farbe.
00:03:38: Und auch mit allen Lebensäußerungen kennengelernt ja!
00:03:42: Mit allen Lebens Äußerung?
00:03:43: Das klingt spannend.
00:03:45: also was hast du denn zu der Zeit gemacht?
00:03:47: Was ist dann eigentlich dein Background?
00:03:49: wie bist Du ans Museum für Kunst und Gewerbe gekommen?
00:03:52: Also ich habe Kunstgeschichte studiert im Hauptfach in Paris, in Wien und in Kiel.
00:03:59: bzw.
00:04:00: gute Kombi kleines Instituts hervorragende Lehrkräfte und Dozenten kann ich nur weiter empfehlen.
00:04:06: also bis heute wirklich Und ich habe Kunstgeschichte studiert.
00:04:14: Ich hatte viel Kritik an diesem Studium und habe dann gedacht, bevor ich das abbreche muss ich mich konzentrieren auf einen Bildbereich der ganz meiner ist mit dem ich mich hundert Prozent identifizieren kann.
00:04:27: Und ich bin dann über die Volkskunde tatsächlich auf die Fotografie gestoßen über Bildwelten im neunzehnten Jahrhundert Und habe die Fotografie für mich entdeckte und hab dann angefangen zu lesen, weil ich hab in Jamin und Susan Sonntag und so was.
00:04:39: Und hab dann mich da so reingeschraubt.
00:04:42: Das Nächste war das mir ein Freund sagte du im Museum von Kunst- und Gewerbe Hamburg gibt's eine fotografische Sammlung Punkt eins.
00:04:50: also wir bewegen uns im Jahr Frau Dr.
00:05:01: Gabriele Philipp, damals hieß sie noch Philipp und die macht Seminare für die Uni Hamburg in Fotografie-Geschichte und dann bin ich dahin und habe dann im Anschluss an dieses Seminar was mir sehr gut gefiel gleich ein Praktikum dort gemacht und dann war ich schon infiziert und total drin und durfte mit den Originalen der Sammlung arbeiten was mir großen Spaß gemacht hat.
00:05:28: Ich war nicht ganz untätig.
00:05:29: Darum haben die mich auch engagiert für ein ganzes Jahr und habe dann sehr viel dort gearbeitet, und eben mit FC Gundlach die ersten Ausstellung
00:05:38: gemacht.".
00:05:39: Und was hat dich an FC Gundlach interessiert?
00:05:41: Also wer war er damals?
00:05:43: und wusstest du, wer er war als du ihm da im Museum von Kunst und Gewerbe begegnet bist?
00:05:49: Also ich bin jemand...ich fröhne nicht so dem Personenkult!
00:05:53: Und je mehr kult desto weniger frühne ich.
00:05:56: Und es ist einfach so gewesen, dass mich der Mann selbst von dem er alle sagt, der ist wahnsinnig prominent.
00:06:04: Er hat eine wahnsinnige Sammlung und das ist ein toller Mode für uns.
00:06:08: also diese ganzen superlative Das hat mich nicht so beeindruckt.
00:06:11: was mich beeindruck tat war die tatsache der hatte ne sammlung und wie sieht die aus?
00:06:17: Das würde mich ja mal interessieren und darüber habe ich ihn kennengelernt und so sollte das auch bleiben.
00:06:25: Ich bin nicht zu ihm gegangen, also viele sind halt bei ihm gewesen oder haben für ihn gearbeitet.
00:06:31: Weil sie sich so ein bisschen auf seine Schultern stellen wollten das wollte ich gar nicht.
00:06:35: Mich interessierten die Bilder.
00:06:37: was hatten der für Bilder?
00:06:38: Was gucken er so und wie guckt er und was hat er für Bilder?
00:06:43: Und so haben wir uns kennengelernt Und er hat mich dann eingestellt, und es gab also mehrere Vorstellungsgespräche, weil er sich nicht sicher war.
00:06:53: Also Herr Grundler war nicht immer der, der sich so ganz schnell entscheiden konnte.
00:06:58: Ich bin dort mal wieder hingetrempt zum Vorstellungssprech von Kiel aus.
00:07:04: Also ich lebe ja in Kiel und bin dorthin getremmt.
00:07:09: Er hat mich empfangen.
00:07:14: Es war eine ganz kuriose Situation.
00:07:16: Er wollte mir immer seine Bilder zeigen, seine Lieblingsbilder aber das klappte nicht weil er fand hier einfach nicht und dann wusste ich genau aha!
00:07:25: Das ist mein Job hier.
00:07:27: Das oder Bestandteil meines Jobs?
00:07:29: Ich muss irgendwie hier Verordnung sorgen und ich kann das ganz gut.
00:07:32: Ich räume auch gerne auf muss ich sagen.
00:07:34: Ich bin noch ganz gerne strukturiert Und das hat er dann auch gemerkt.
00:07:40: Spätestens als er vor einer seiner Schubladen stand und mir einen Pen zeigen wollte, bekam er die Schublade nicht auf weil die Nengol den Licht wieder quer.
00:07:51: Dann nahm er in den Linialen und stocherte in dieser Schublate und wie es fast das Herz stehen geblieben ist.
00:07:55: Wollte
00:07:55: ich gerade sagen, hatte ich
00:07:57: einen Stich verletzt?
00:07:57: Ja natürlich!
00:07:58: Das ist eben das erste was sie natürlich lernen musste.
00:08:01: Sammlerverhalten und musiales Verhalten – das klafft Weil der Sammler, der sagt das habe ich bezahlt.
00:08:12: Das ist ein Statement und damit muss man umgern lernen.
00:08:16: aber ich hab mich so ein bisschen sehr soft über die Zeit beharrlich durchgesetzt.
00:08:24: Also Stochan in den Schubladen gab es seitdem ich dort war nicht mehr.
00:08:29: Weil die Schubladen auch nicht mehr so voll waren.
00:08:32: Ja, ich habe also alles was sie gemacht hat war... Ich hab in dem ersten Jahr letztlich das gesamte Haus der Parkallee vom Dachboden bis zum Keller nach Bildern durchsucht und alle Bilder die ich gefunden habe im Mittelgeschoss von A bis Z auf Tische gelegt.
00:08:52: Das heißt also, ich habe Bilder gefunden unter dem Bett und hinter den Heizkörpern, hinter der Tiefkultur überall im Keller in irgendwelchen Schubladen, in Koffern, in Ablageplätzen, in Mappen, Plastikmappen alles Mögliche.
00:09:06: Wahnsinn!
00:09:07: Ich hab das dann alles rausgekramt und hab das Ganze... weil er immer sagte geben Sie mir mal den Pen mit der Frau vor dem Auto oder wusst ich AHP?
00:09:16: Also von A bis Z habe ich die Autoren angeordnet und habe das auch gleich in der Datenbank inventarisiert an das Zeug.
00:09:24: Und es ist natürlich eine mega Arbeit, wenn man da so gute, sechzehntausend Prinz hat!
00:09:29: Die sagen einem vor allem nicht, ich komme von dem und dem Autor und ich heiße so und so und bin dann und dann entstanden.
00:09:36: Das muss man sich also selbst recherchieren.
00:09:39: Und das war eine ziemliche Arbeit und die Erstellung der Datenbanken natürlich.
00:09:43: Mir hat das immer wahnsinnig Spaß gemacht direkt am Objekt zu arbeiten.
00:09:48: Es war nicht so ein Spaß mit Herrn Grundlach zu arbeiten oft, aber es war immer einen Super-Spaß für mich mit den einzelnen Fotografien zu arbeiten und das hat er auch sehr schnell gemerkt dass ich mich da sehr darauf konzentriere.
00:10:03: Warum hat das nicht immer Spaß gemacht mit ihnen zu arbeiten?
00:10:06: Herr Grundlache ist natürlich Also Sammler, beziehungsweise auch Leute wie Herr Grundlach sind per se nicht die einfach zugänglichsten Menschen.
00:10:18: Und das ist einfach mal so und damit muss man umgehen!
00:10:22: Ich habe das ganz gut umgangen weil ich mich so oft diese Bilder konzentriert hab.
00:10:27: Wart ihr im Gespräch darüber?
00:10:29: Habt ihr euch Bilder gemeinsam angeguckt und habt ihr euch darüber unterhalten?
00:10:33: Nee also der hat Nee, das war zu viel des Teilens.
00:10:41: Herr Gundlach hat zwar dann auch Bilder gezeigt aber mit einer anderen Intention.
00:10:46: der wollte dann beeindrucken oder so.
00:10:49: Also er wollte sozusagen er bekam über diese Bilder auch nochmal für sich als Sammler und auch aber auch als Persönlichkeit noch mal aufwind wenn die Leute sagten boah das ist ja ein tolles Bild oder davon bin ich beeindruckt oder wie auch immer.
00:11:06: Und das war natürlich der Fall auf jeden Fall.
00:11:09: Das habe ich ihm auch gesagt, also was weiß ich?
00:11:11: Also wenn ich jetzt besonders schöne Bilder gehabt hab... Dann hab' ich mir die in meinen Bau geschleppt da, in meinem winziges Büro und hab' die bearbeitet!
00:11:22: Und er hat dann abends geguckt, was hatten die eigentlich am Tag
00:11:24: gemacht?!
00:11:25: und fand das dann.
00:11:29: Ja,
00:11:30: fand das gut!
00:11:31: Aber es ist nicht so gewesen... wie gesagt ich bin auch nicht jemand der da hingegangen ist und gesagt hat also du hast ja ganz besonders schöne Bilder können sie mir mal... Dieses Schleim, das habe ich nicht drauf.
00:11:46: Entweder die Bilder sind gut oder nicht und der wusste das auch.
00:11:51: Er hat über seine Bildern... Da trafen wir uns ziemlich in der Mitte!
00:11:55: Wir konnten unabhängig voneinander seine Bilder extrem
00:11:59: genießen.".
00:12:01: Was war für dich das Besondere an dieser Sammlung zu arbeiten?
00:12:05: euch nicht darüber ausgetauscht, aber es gab ja irgendwie scheinbar so ein unausgesprochenes Einverständnis darüber.
00:12:11: Kannst du das beschreiben was das war für dich?
00:12:15: Ja es ist eigentlich etwas was man nicht in Worte fassen kann.
00:12:17: also es ist eine Sensibilität für Bilder zu haben und auch neugierig zu sein, also nie aufzuhören, neugirig zu seien würde ich sagen.
00:12:29: und das war er und ich war das auch und da haben wir uns auch getroffen in der Mitte Also auch in ganz unterschiedlichen Belangen oder zum Beispiel auf der anderen Seite.
00:12:40: Ich habe ihm dann die Augen geöffnet für diese historische Dimension, da hat er angefangen ein bisschen auf den Auktionen so zwanziger Jahre zu gucken und sich dafür zu interessieren wo ich merkte ah, da hatte er irgendwie was von mir mitgekriegt.
00:12:55: Was war jetzt so probweise mal versucht anzutesten?
00:12:59: So solche Sachen?
00:13:00: das hab' ich schon gemerkt ja.
00:13:01: Das heißt du hattest da Eigentlich Freiräume?
00:13:05: Ja, auf jeden Fall.
00:13:06: Auf jeden Fall!
00:13:07: Also ich hatte auf jeden fall die Freiröime auch deutlich zu machen oder zu bedeuten was...was ich so auch spannend fand an der Fotografie, was er vielleicht jetzt noch nicht so auf dem Schirm hatte sondern der sammelte ja aus einem anderen Lammeng aus einer anderen Perspektive als ich also als Historikerin.
00:13:31: Also das sind Sachen, die können sich gut vertragen in diesem Fall Tatensis.
00:13:37: Die können sich aber auch völlig... also wenn man ja so diese ganz intellektuelle Art der Fotografie-Geschichte betrieben hat dann war man bei Herrn Guntler an einer falschen Adresse.
00:13:45: Also da war zu wenig für ihn glaube ich viel zu wenig gefühlt drin, viel zu wenige Emotionen und er wusste aber die Sabine, die hatte die Emotion dazu und die kann das fühlen!
00:13:56: Und ich glaube auf der Art und Weise haben wir beide uns ohne das jemals erläutert zu haben, haben wir uns da auf dem Level des Unausgesprochenen und des Fühlen gut verstanden.
00:14:10: Als ich dann diese Schubladen alle sortiert hatte alphabetisch, da konnte er was machen mit mir, was er Jahrzehnte lang wahrscheinlich gar nicht machen konnte seit den siebziger Jahren nämlich seit er sammelte.
00:14:22: Er konnte sagen Sabine jetzt sucht mir den Munkachi Die Bienen von Monkachi oder so was.
00:14:29: Und dann bin ich an die Schublade M, oder MU und dann habe ich unter Monkacci geguckt und hab tatsächlich dieses Motiv ganz schnell gefunden und konnte ihm das Flugs innerhalb von zwei Minuten aufs Schreibtisch legen.
00:14:43: Da war er barf!
00:14:45: Und diese Spiel hatte er immer sehr gerne besonders um morgens zwischen zehn und zwölf mit mir wiederholt um auch sicher zu gehen, dass sie nicht spinnt.
00:14:54: Die hat wirklich alles durchsortiert!
00:14:56: Sie weiß jetzt wo das Zeug liegt und das war natürlich für ihn El Dorado weil es ist schlimm für den Sammler wenn er seine Lieblingsobjekte nicht findet.
00:15:06: Er findet sie einfach nicht wieder.
00:15:09: also das sind einfach wahnsinnig viele Bilder und man legt irgendwas ab und dann legt mal eine Pappe um drauf und es ist für die nächsten drei Jahre verschwunden.
00:15:18: Um und bei, also um sechzehn, siebzehntausend waren es bestimmt.
00:15:22: Und davon habe ich jetzt im Moment ungefähr neuntausend bei mir eine Dauerlei-Gabe in den Deichthorheilmaus der Fotografie.
00:15:32: Die anderen sind noch an der Stiftung und da sind wir jetzt gerade dran auch nochmal diese Dauerlei-Gabel zu erweitern.
00:15:39: Verstehe.
00:15:42: FC Gundlach ist ja bekannt geworden als Fotograff.
00:15:45: zunächst Wie würdest du ein typisches Foto, wenn es das gibt oder ein Foto weil du einen FC Grundlach denkst?
00:15:53: Wie würdest du das beschreiben?
00:15:55: Ganz klar.
00:15:55: In den Sechsen und Sechsten sechzig ist mein Geburtsdatum oder mein Geburtstag vielmehr die Badekappen mit dem weißen Blenden.
00:16:03: Das ist also das Motiv der Motive.
00:16:04: Das war denke ich auch sein prominentes und sein Lieblingsmotiv.
00:16:10: Dieses Motiv ist entstanden, sechsundsechzig im Zuge einer Reportage.
00:16:16: Die hieß den ganzen Tag am Strand und abgebildet sind zwei Damen im Vordergrund mit Badekappen mit weißen Bildenden.
00:16:25: eine hat so ein kreisrunde Narbe auf der Schulter und das ganze findet statt vor den Pyramiden in Giesee Und das ist natürlich, also genau der Klopfer den ganzen Tag am Strand.
00:16:38: Die Pyramiden in Gisey sind ganz locker hundertzwanzig Kilometer langen schlapp und reichlich entfernt.
00:16:47: Das war eben halt eine der Spezialitäten von FC Grundlach sozusagen dafür zu sorgen dass so fiktionale Geschichten als Mode-Reportage von der Leserinnenschaft der Zeitschriften aufgesogen wurden Und das musste nicht unbedingt der Wahrheit entsprechen.
00:17:06: Das war so ein Motiv, was auch extrem prominent ist – also wahr und immer noch is'.
00:17:12: Und er hatte sich zum Beispiel auch ausgeguckt, um es in einer bestimmten Frästrächtig in seinem Mausoleum auf dem Friedhof in Ulsdorf auf eine Seite dieses Betonbaus hineinfräsen zu lassen.
00:17:27: So dass es sozusagen mit dem Stand der Sonne mehr oder weniger immer zu sehen ist.
00:17:34: Das heißt, wir sehen zwei Damen mit Badekappen auf dem Oldstorfer Friedhof vor den Pyramiden von Giese.
00:17:41: Was natürlich auch übergeordnet ihm eine minimale Bedeutung reinräumt!
00:17:52: Was war das Besondere an FC Gundlach in der Zeit?
00:17:56: Hat sich seine Modofotografie von der seiner Zeit genossen Signifikant unterschieden.
00:18:03: Wie wurde seine Handschrift?
00:18:06: Wofür hat man ihn gebucht?
00:18:11: Das muss man ganz klar sagen, das ist natürlich auch die Gunst der Geburt.
00:18:16: In der Nachkriegszeit waren diese Lücke Filmfotografie, Gesellschaftsfotographie neu zu besetzen und Modefotography Und er hat sich auf Mode dann spezialisiert.
00:18:28: Er hat also auch erst mal Rapportagen von Cockto gemacht oder über Cockto, bei Film und Frau die ersten Sachen.
00:18:37: Also auch Architekturfotografie oder Antarierfotographie gemacht – bei gesellschaftlich prominenten Menschen.
00:18:43: Film- und Frau ist eine...
00:18:45: Film-und-Frau ist die erste große deutsche Modezeitschrift nach dem Zweiten Weltkrieg, die sozusagen wieder Träume und Fantasien und Illusionen aufwachen lässt in dem deutschen Frauenherz, wie auch immer.
00:19:01: Und er hat also ab den frühen Fünfzigerjahren sozusagen vom deutschen Fräulein Wunder wirklich gewürgt, also mit Wespentagio und Breitenhöften über die Zeiten.
00:19:15: Also sechziger, siebziger Jahre Hippie Pop Art diese ganzen Sachen wirklich Siebzigger Jahre.
00:19:24: dann bis in die achtziger Jahre hinein wirklich immer wieder ein neues Frauenbild entworfen.
00:19:32: Natürlich ein fiktives, kein reales ist klar, sondern immer im Rahmen der Zeitschriften entstehen
00:19:38: lassen.".
00:19:39: Und was waren das für Frauen?
00:19:40: oder was von Frauenbild hat er?
00:19:42: Also erst mal waren die unglaublich steif, ne?
00:19:45: Das war so ein Stiefes-Posieren in den fünftiger Jahren.
00:19:51: In effektiven Kontexten wie z.B.
00:19:53: Ein Kind geht aus dem Haus.
00:19:55: Wie sieht es so ein Kind aus was aus einem Haus geht?
00:19:57: also eine junge Mitzwanzigerin sozusagen oder auf der Harvus oder so.
00:20:05: Wir sehen jetzt das sind Sportklamotten dann nicht.
00:20:07: Also fiktive Sportklimoten die aber schick waren dass man sie tragen konnte Und die meisten, die ersten Arbeiten oder in den fünften Jahren hatten diese extremen Posen.
00:20:20: Ich habe das mal versucht nachzumachen auch um mir vorzustellen wie diese Models einfach gearbeitet haben.
00:20:26: Das kriegt man kaum gestellt wirklich also mit diesem vorgeschobenen Becken und so und diesen Verrenkungen diese grazilen Gesten und so weiter.
00:20:34: Das hat sich dann natürlich geändert, in den Sechzigerjahren wurde mit dem Bretterpochtee die Mode sozusagen von der Utkoutur und einem bestimmten Modeschöpfer runtergedimmt auf Mode für viele, Mode für alle Frauen.
00:20:50: Und da gab es eine ganz andere Angriffsfläche und darum musste auch das Frauenbild
00:20:55: bzw.,
00:20:55: das erinnerte sich natürlich sowieso zwangsläufig mit der Zeit.
00:20:59: Das wurde ein anderes, das wurde viel spontaner bzw.
00:21:02: es wurde kalkuliert spontan, abgebildet in Bewegung oder in sportlicher Note oder wie auch immer.
00:21:09: aber das ist natürlich alles fictionalisiert.
00:21:12: für so eine Modefotografie ist klar
00:21:15: Ich finde es interessant, dass er über so viele Jahrzehnte tatsächlich die Frauen oder die deutsche Frau oder die Deutsche modische Frau irgendwie bestimmt hat.
00:21:24: Für welche Magazine hat er gearbeitet?
00:21:26: Für Film und Frau...
00:21:28: Also er hat für Film und Frau gearbeitet, der hatte natürlich auch ganz ganz viele Aufträge zum Beispiel für Falke, Stromfosen da gibt's tolle Motive oder für Saga Mint, also das war so eine Firma die Utkultur mit Pelzen machte.
00:21:45: Also große deutsche Mude-Marken natürlich... Aber dann, das waren so einzelne Aufträge.
00:21:52: Er hat aber auch zum Beispiel für Columbia Pictures gearbeitet und hat ein schönes Porträt von der Sophia Loren beispielsweise gemacht unter anderem oder für Rumi Schneider, also Schauspielerin Prominenz fotografiert Und dann natürlich eine ganz wichtige Allianz oder eine ganz richtige Kooperation war mit Brigitte.
00:22:16: Das ging also Ende der Sechzigerjahre los und zog sich dann, mit einer bestimmten Abnahme von Seiten hinein bis in die Siebziger-Achtziger Jahre auch Und mit da ist er wirklich sehr verbandelt gewesen.
00:22:34: Er hat immer Bilder produziert, quasi auch im Hinblick auf das Layout in der Zeitschrift.
00:22:40: Das war dem immer total präsent und auch der Chef-Bildredaktion Barbara Buffa, mit der er damals zusammengearbeitet hat – sehr eng!
00:22:51: Beim Entstehen der Fotografie letztlich schon wusste er, wo das auf so einer Doppelseite platziert werden musste.
00:23:01: Hat er noch fotografiert als ihr euch kennengelernt habt oder als du angefangen hast für ihn zu arbeiten?
00:23:06: Wenig!
00:23:06: Also er hat damals schon nicht mehr als Modefotograph richtig aktiv gearbeitet.
00:23:12: es gab immer mal einen So eine Special oder so für eine Zeitschrift oder so, wo das dann nochmal ausgegraben hat.
00:23:18: Aber also bei mir hatte er als wir gearbeitet haben, hatte er seine aktive Zeit als Modefotograf im Großen und Ganzen abgeschlossen und war sozusagen ganz widmete sich anderen Themen.
00:23:31: Er war auch Kurator, er war Initiator der Trinale, der Fotografie, er War Sammler, er was Professor in Berlin und bildete auch aus Studenten aus.
00:23:42: also er war ganz viel und das hat ihn natürlich nach seiner aktiven Zeit massiv beschäftigt.
00:23:50: Verstehe, bevor wir jetzt gleich nochmal von seiner Fotografie zu seiner Sammlung kommen wollte ich noch mal wissen ob was du eigentlich über seinen Aufwachsen weißt.
00:24:00: Also er hat das Frauenbild der Sechziger, Siebziger und Achtziger geprägt.
00:24:04: Woher kam er?
00:24:05: Kam er aus einem künstlerischen Elternhaus?
00:24:08: Nee sogar nicht!
00:24:10: Das ist übrigens auch etwas was in mir teilweise so wahnsinnig sympathisch gemacht hat weil Ich habe keine ähnliche Biografie, aber ich komme eben auch nicht aus einem bildungsbürgerlichen Haushalt.
00:24:24: Und Herr Gundlach kam aus einem kleinen Dorf in Hessen und sein Vater hatte in diesem Dorf den Gasthof und im Anschluss ein Kino.
00:24:39: Und er sollte das eigentlich alles übernehmen.
00:24:44: Bloß der wollte nicht!
00:24:46: Und er hat dann eine Ausbildung zum Fotograf gemacht, die er sich hart bei seinem Vater erkämpft hat.
00:24:55: Ich weiß das es da eine harte Auseinandersetzung gegeben hat.
00:24:59: Seine Mutter hat eben halt in diesem Betrieb mit gearbeitet natürlich zu Hause und während er einen doch recht dominanten Vater hatte, war ja bei seiner Mutter also sozusagen.
00:25:13: Die war also so wirklich, er hat sich auch mal fotografiert wie so eine Madonna.
00:25:17: Also so ne Mama als eine Richtige wo er immer aufschlagen konnte.
00:25:22: Ja das ist so ein Heilsfigur gewesen würde ich schon sagen ja
00:25:27: und weißt du wie er zur Fotografie gekommen ist?
00:25:28: Naja vom Kino ist es vielleicht gar nicht so weit.
00:25:31: dann Herr Grundlach hatte einen Onkel, der fotografiert hat.
00:25:35: Das weiß ich und er ist sehr früh schon zur Fotografie gekommen.
00:25:38: wie genau das sicherlich nachzulesen in diesem großen FC-Gundlachbuch was die Stiftung gemacht hat zusammen mit Herrn Grundlacher.
00:25:50: aber das kann man da genau nachlesen
00:25:53: denke ich.
00:26:02: Er war ja auf eine sehr wichtige kulturelle Figur auch in einer bestimmten Zeit.
00:26:07: Wie hat er auf Menschen gewirkt?
00:26:09: Also es gibt eine schöne, ich habe vor drei Jahren Ralph Gibson ausgestellt und Ralph Gibson erinnert sich an Herrn oder hat sich erinnerte an Herrn Grundlach so in den Siebzigerjahren.
00:26:22: Herr Grundlacher hat Ralph Gibson besucht unter anderem im Zusammenhang mit dem Ankauf von vielen Bildern von Ralph Gibson.
00:26:32: wir haben also drei siebzig Arbeiten von Ralph Gipson in der Sammlung.
00:26:36: Und Rife Gibson, das war also der ist neununddreißig geboren und Herr Gundlach ist sechsundzwanzig gebore.
00:26:44: Das sind also dreizehn Jahre Unterschiede.
00:26:46: Und Rive Gibson hat ihn geschildert, also der sehr, sehr links, sehr progressiv war, sehr experimentell unterwegs war.
00:26:55: Der hatte ihm geschilderd als diesen bourgeoisen Deutschen, der da kam mit diesem Oberlippenbad Und immer ganz total korrekt gekleidet, immer im Zwirren.
00:27:07: Also mit weißem Hemd ein Stecktuch und meistens dieser hanseatischen Uniformen mit den Doppelreiher dunkelblau mit goldenen Knöppen Und der hatte einfach für, also er signalisierte.
00:27:23: Er hat Geld und er will Kunst kaufen!
00:27:26: Und ich glaube... Also der Ralph Gibson hat dann sozusagen alle Freunde schon einmal alarmieren.
00:27:31: Der Herr Grundlach ist wieder in der Stadt zieht euch warm an Jungs da können wir Bilder los werden.
00:27:39: Also er war zurückhaltend aber man wusste das er kauft.
00:27:45: Und das war natürlich für die Künstler ganz, ganz wichtig gerade in den Siebzigerjahren.
00:27:50: Das war ja ein Zeitpunkt, wo die Fotografie erst überhaupt mal anfingen sich auf dem Kunstmarkt breit zu machen beziehungsweise wo sie entdeckt wurden.
00:27:59: Zum Beispiel auf der Bienale der Fotografien mit Aufnahme von Harry Callaghan und so was.
00:28:04: Das waren Riesen-Meine-Steinen für die Fotographie innerhalb der Kunst.
00:28:09: Und deswegen waren natürlich die Künstler der Siebzigerjahre, die up to date waren und die jung waren, natürlich besonders daran interessiert, mit der angolachen Kontakt zu treten.
00:28:20: Also er war trotz seiner, sag ich mal irgendwie so aristokratischen, bourgeoisen... Hansiatisch.
00:28:26: Ja ja.
00:28:27: Hanziatische Erscheinung auch schon sehr weit vorne eigentlich mit seiner Sammlung?
00:28:31: Absolut!
00:28:32: Also der hat seit den Mitte der siebziger Jahre gesammelt.
00:28:36: also quasi parallel zum Auftauchen von Fotografien auf dem Kunstmarkt hat er angefangen zu sammeln und er war natürlich sehr gut vernetzt.
00:28:45: Er hatte immer gute Kontakte zur Amerika.
00:28:48: Er war selber befreundet oder also kollegial verbandelt mit Irwin Penn, zum Beispiel noch.
00:28:55: Oder mit Roger Daviden und das machte sich natürlich auch bemerkbar ist klar.
00:29:02: die haben den auch weiter empfohlen weiter getragen Und da war er natürlich auch jemand, der gut im Sattel saß und zwar sowohl praktisch als Fotograf.
00:29:16: Aber eben auch als Gesprächspartner.
00:29:18: und ein sehr, sehr enger Freund von ihm war Peter McGill.
00:29:22: Das war damals in den Siebzigerjahren der Light Gallery einer der ersten fotografischen Galerien, die es neben Iliana zur Namen gab Und mit dem verplant ihn auch eine sehr, sehr enge Freundschaft.
00:29:39: Wir haben ja gerade über seine Art der Fotografie gesprochen.
00:29:42: jetzt würde mich mal interessieren wie würdest du seinen Geschmack oder seinen Fokus als Sammler beschreiben?
00:29:48: Was zog ihnen denn eigentlich an?
00:29:50: Also Herr Grundlach und das macht die Sammlung halt immer wieder so interessant für mich war extrem facettenreich.
00:29:59: Der hat also ich Also ich glaube, wenn jetzt jemand nur Natur sammelt oder Landschaften oder Porträtes... Das hätte mich schnell gelangweilt.
00:30:10: Der Witz an der Sache ist das der FC Grundlag!
00:30:13: unglaublich, wie so ein Kaleidoskop Bilder aufsaug und mit denen arbeitete.
00:30:20: Und einfach sehr, sehr suggestiv vorging, intuitiv vor ging und oft auch Sachen kaufte die er jetzt erstmal gar nicht so unterbringen konnte aber hatte also so eine intuitive so ein intuitives Vergabesystem oder Interessenssystem und das wirkt sich also bis heute auf diese Sammlung aus.
00:30:44: Und aus diesem Interessenzgebiet, oder auch der aus diesen vielen breit gefächerten Interessen beziehe ich natürlich auch meine Begeisterung für das Ausstellungsprojekt was ich aktuell mache.
00:31:00: Cocktail Prolongé.
00:31:03: Wofür steht dieser interessante Titel?
00:31:05: Cocktail pro Longé ist tatsächlich ein gesellschaftliches Treffen, ein formales Treffen.
00:31:12: das ist eine Sache die nach Arbeitsschluss stattfindet und die Herren sind im Anzug unterwegs kommen von der Arbeit.
00:31:20: Die Damen tragen vielleicht ein Cocktail-Kleid, also es ist so eine Veranstaltung fünftiger, sechziger Jahre wo man dann mit Long Drink Gläsern die ja so einen Long Drink enthalten sich nach der Arbeit trifft um Menschen andere Menschen aber auch ihre Themen kennenzulernen und sozusagen das ist eine gehobene Art des Small Talks mit Long drink.
00:31:45: Also After Work Party für die Etwas ist.
00:31:50: Kultivierterin, Arbeitenehmenden.
00:31:53: Wohl war und Herr Grundlach hat zum Beispiel zu seinem neunzigsten Geburtstag den wir in den Darchte-Hallen gefeiert haben.
00:32:02: Hat ja auch sowas vor, Cocktail Prolongé war so ein ganz fester Begriff.
00:32:08: Und serviert wurden bei im Hause Grundlacher also in Apagali wurden sozusagen.
00:32:14: er hatte so zwei Getränke Kiroyal und Champagner mit Averna Und ich kriegte mal den Champagner mit Averna.
00:32:23: Ich mag keinen Averne, aber das ging gut alles und er mochte das, mochte also diese Getränke anmixen und auch verteilen natürlich und fand das sehr schön!
00:32:36: Ist
00:32:36: vielleicht eine wirklich richtig blöde Frage?
00:32:38: Aber wenn FC Gundlach in Cocktail wäre, welche Zutaten wären
00:32:42: drin?!
00:32:45: Also auf jeden Fall wäre Grinadine drinnen wegen der Farbe auf jeden Fall, aber es wäre auch was Betriss drin.
00:32:55: Also so ein Erwerner trifft das schon ganz gut also Kräuter die so ein bisschen ins Herbe, ins Bittere gehen.
00:33:04: Der war nicht
00:33:06: süß!
00:33:07: Also das war kein süßlicher Charakter, also so was beständiges wie Sekt oder Wein oder Bier.
00:33:18: Nein, der Cocktail ist schon ganz gut aber es hat ein bisschen sauren Geschmack und bitteren Geschmacks.
00:33:27: Der war nicht so handsam und einfach zu schlürfen, sondern schon somit zum Widerstand zu trinken.
00:33:34: Man musste sich das auch ein bisschen erarbeiten?
00:33:36: Auf
00:33:36: jeden Fall!
00:33:37: So...und wir haben jetzt gesagt Cocktail Prology keine After-Work Party.
00:33:41: was ist das Thema der Ausstellung?
00:33:44: In dieser Ausstellung geht es um den Körper Es gilt um den menschlichen Körper.
00:33:50: Wir haben's zu tun mit einem Modefotografen der einige Dikaden durchgängig immer wieder tagtäglich sich damit beschäftigt hat, Frauen mit Kleidern zu behängen und zu fotografieren.
00:34:03: Durch die Zeiten hindurch unterwandeln sich von wandelnden Frauenbildern und immer wieder unter Hinzugabe oder hinzuziehung von Tendenzen aus der aktuellen Kunst.
00:34:13: Der Popo hat wie auch immer der surrealistischen Kunst sogar.
00:34:18: Das hat er so lange gemacht So, und dann fragt man sich natürlich unweigerlich bzw.
00:34:25: ich habe mich das gefragt wie gucken der eigentlich auf andere Körper außer diesen Frauenkörpern?
00:34:32: Beziehungsweise ist ja eine private Sammlung.
00:34:37: was enthält diese private Sammlung für Bilder?
00:34:40: Was hat er da zusammen gesammelt?
00:34:43: Und interessierte er sich auch für andere Modofotografie oder was?
00:34:46: Ja
00:34:46: also natürlich interessierte es sich auch War überhaupt nicht das Thema, aber der Witz ist ja... Wie guckt er auf andere Körper?
00:34:57: Und wie guckt ihr darauf?
00:34:58: Unglaublich facettenreich.
00:35:00: Wahnsinnig spannend und für alle die ihn so als Modefotografen kennen und seine Bilder kennen.
00:35:06: extrem überraschend finde ich.
00:35:07: Inwiefern überraschen?
00:35:09: Provokativ abseitig, abwegig auch mit viel Schalk im Nacken Aber auch zum Beispiel sehr, sehr emanzipatorisch und sehr kritisch.
00:35:28: Und wenn du jetzt so ein Bild mal beschreiben würdest aus der Ausstellung?
00:35:32: Wo würdest du denken, treffend diese Beschreibung vielleicht ganz gut zu oder wo verdichtet sich deine Beschreibungen?
00:35:42: Es gibt ein schönes Beispiel da.
00:35:43: Sehr Herr Guntlach war sich bewusst darüber, dass ich vierzig Jahre jünger bin als er.
00:35:53: Und er hat tatsächlich immer auch so ein bisschen... Also es gibt zum Beispiel ein Bild das hat halt mal so ein bißchen verschwinden lassen vor mir und das war ein Selbstporträt.
00:36:06: Das ist das ganz berühmte Selbstportdreh von Robert Mapoffrop der hatte ja eine Bullenpeitsche im Arnos Das Bild, das Statement für eine queere Community in dieser Zeit.
00:36:23: Also, und das stand natürlich für was ganz Bestimmtes also für eine ja Offenlegung desselbst inklusive sozusagen sexueller Praktik Und es war provokant Es war schockierend und das waren Motiv.
00:36:41: dass hatte immer so ein bisschen So wenn ich kam so versteckt.
00:36:45: Und also unter anderem dieses Motiv, das zeige ich natürlich in der Ausstellung ist es ganz klar.
00:36:50: Das ist eine Facette von ganz vielen.
00:36:53: Also wir sehen zum Beispiel Laurie Simmons die in den siebziger Jahren diese niedlichen kleinen Puppenhaus-Szenen macht als ganz massive gesellschaftliche Kritik.
00:37:05: Was ist darauf zu sehen?
00:37:07: Das sind Puppenhäuschen mit kleinen niedlich angezogenen Frauen in Form von kleinen Puppen, die dann das Badezimmer putzen oder die Küche aufräumen wo sozusagen thematisiert wird dass der also des damalige Rollen verhalten einfach und wo das natürlich auch kritisiert und persifiziert wird.
00:37:28: Wir haben auf der anderen Seite zum Beispiel ein Portrait-Nahnsammlung, das ich auch zeige.
00:37:32: Das ist von Jean-François Bauré.
00:37:35: Das wurde für Célineille eine französische Unterwäschefirma entstanden.
00:37:41: Auch in den Sechzigerjahren.
00:37:42: Ich meine, die Ecke des Sechszehntes und Sechzensechzehn.
00:37:44: Er zeigt den ersten nackten Mann, der in einer Zeitschrift abgebildet worden ist!
00:37:53: Ein super tolles Bild, der Mann hat einen Blick.
00:37:57: Das ist der Hammer!
00:37:59: Und das wird natürlich genauso gezeigt.
00:38:02: Wir haben es aber auch mit richtigen Nonsense-Aufnahmen zu tun, mit jeder Menge Humor, wie sie zum Beispiel unter anderem von dem Jimmy DeSerner amerikanischer Fotograf in den Siebzigerjahren gezeichnet werden.
00:38:19: Was sieht man denn
00:38:20: da?
00:38:21: Man sieht sich verwoben oder hineingezogen ins sexuelle Praktiken, auf die kein Mensch klarkommt.
00:38:31: Also wir haben zum Beispiel einen jungen Mann der hat zieht sich gerade eine Seidenstrumpfhose über die Hüften und hat so ein bisschen Schwierigkeiten weil der Pems sehr vor ihm also sozusagen direkt über seinem Genital liegt.
00:38:45: er will sich da nicht so richtig einfügen in diese Strumpfhuße ja also so dieses Ding.
00:38:50: oder wir haben es zu tun mit einem Mann bei Jimmy DeSana, der auf einem anderen drauf sitzt.
00:38:57: Auf den Schultern und dann liegen da Pems rum und beide haben so eine Gummimledermaske über dem Gesicht Und eigentlich weiß kein Mensch, was sie da eigentlich veranstalten.
00:39:09: Das ist dann in so einem ganz spießigen Ambiente.
00:39:12: Also das ist auch vielen Nonstens und sehr viel Humor dabei.
00:39:15: Es ist also eine Position die ich extrem liebe aus der Sammlung und Ich habe sehr lange gewartet bis ich dich jetzt mal richtig zeigen kann in Breite und Länge und alle Bilder, die wir haben und bin sehr froh darüber dass ihr das machen kann.
00:39:30: War efte Grundlage eigentlich auch eine humorvolle Person?
00:39:33: Wenn du das so beschreibst?
00:39:34: Sicher!
00:39:35: auf jeden Fall.
00:39:36: Also der hatte seinen eigenen Humor, also der Humor lag aber tiefer.
00:39:43: Er war nicht so einer, der ständig gelächelte oder einen permanent kalauernden Mensch überhaupt nicht.
00:39:51: Also Gunn-Laffer schon auch eine ernsthafte Person, er konnte aber auch ernsthaft sein und man sah das dann an den Augenwinkeln.
00:39:58: Der hatte auch so ein Schall, absolut!
00:40:00: Und der könnte auch sehr witzig.
00:40:05: Und wenn man jetzt diese Ausstellungen Cocktail Prology betritt, in welche Atmosphäre tauchen die Besuchenden ein?
00:40:12: Ist das irgendwie... Kann man das irgendwie vielleicht zusammenfassen oder ist das so kaleidoskopartig wie die Sammlung auch war im Bezug auf Körperlichkeit.
00:40:22: Auf jeden Fall!
00:40:23: Also ich habe Herrn Grundlach ja auch erlebt so am Tag wieder mit seinen Bildern umging zum Beispiel.
00:40:30: Da gibt es eine schöne... Oder es war... Zwei Bilder sich rausgesucht, hat die so nebeneinander gelegt.
00:40:40: Dann hat er da drauf geguckt als wenn er die noch nie gesehen hätte.
00:40:43: und dann ist er nach hinten verschwunden in den Mittelteil seiner Sammlung also in diesen Mittellgeschossen nach hinten und kam dann mit zwei drei vier Bildern wieder und legte die dann dazu und rutschelte diese ungeduldig hin und her und gegeneinander bis er dann eine Möglichkeit gefunden hat dieses Tablo auch zu genießen.
00:41:03: dann lichte er wieder eins weg, dann kam einst dazu so solche Sachen.
00:41:07: Das heißt also der ist mit seinen Bildern extrem suggestiv umgegangen.
00:41:11: das heißt er hat assoziiert und diese Formen der Assoziation die möchte ich in dieser Ausstellung bewahren.
00:41:19: wenn ich jetzt es ist langweilig und doof für mich wenn man angesichts eines solchen Kalleidesgrubs von verschiedenen Körperansichten Kapitel macht Also das ist der Kapitel, der abwesenden Personen in Anwesenheit oder wie auch immer.
00:41:40: Das sind nur leckte Körper und das sind weibliche Akten, das sind männliche.
00:41:44: Oder da geht es um Sexualität.
00:41:49: Das schränkt alles unheimlich ein.
00:41:52: Und ich will auch einen Stück Sammlerpersönlichkeit zeigen natürlich auch besonders im Zusammenhang mit seinem hundertsten Geburtstag den er hat.
00:42:00: Und dann ist er ja auch Initiator der Trinale der Fotografie in Hamburg, die wir dieses Mal das neunte Mal stattfinden lassen.
00:42:07: In Hamburg oder Magsili wird sie das neunte Mal statt finden lassen in dieser Form und da will ich natürlich auch dessen also seiner Persönlichkeit entgegenkommen und gerecht werden.
00:42:20: Und deswegen gibt es keine Gruppen, die Bilder treffen die Zuschauer unvorbereitet und das sollen sie auch.
00:42:28: Sie sollen provozieren, sie sollen auch ein bisschen diese Atmosphäre aus der Sammlung mitbringen.
00:42:35: man könnte jetzt auch sagen Sabine Wormassenkinderaktausstellung konzipiert.
00:42:39: Das kann ich schnell beantworten.
00:42:41: Ich habe super geile Aktbilder in der Sammlung.
00:42:44: Das ist nicht so dass mir daran fehlen würde Es ist bloß so, wenn man eine Aktausstellung macht.
00:42:49: Dann stehen die Besucher davor und sagen, oh ah!
00:42:52: Und das machen sie vierzigmal?
00:42:54: Und dann gehen die weg und einen Kaffee trinken und kommen aber nie wieder.
00:42:58: Und die restlichen zwei Hundert Bilder, die dahin bleiben irgendwie sozusagen unbeguckt weil man schon in den ersten vierzig Bildern gemerkt hat, dass es ganz toll ist.
00:43:08: Aber darum geht es nicht.
00:43:09: Es geht darum, dann eine Ausstellung ein Kontrapart zu entwerfen wo die Leute schonen sich daran hakeln auch oder sagen Also so richtig schön ist das jetzt hier nicht.
00:43:21: Was ist denn das, was machten das mit mir?
00:43:24: Und das ist natürlich auch ein Wagnis.
00:43:27: Das ist immer so.
00:43:29: Ich kann als Kuratorin nur Fotografien zeigen – das ist ja mein Job und meine Aufgabe aus dieser Sammlung von FC Grundlach Ausstellungen zu konzipieren.
00:43:39: Man zeigt dann diese Bilder Und das ist ja alles, jede Fotografie ist eine insinierte Realität die da stattfindet.
00:43:48: Das ist ja eine Realität, die es gar nicht gibt, die absolut fiktiv bleibt und der wird es eben halt so.
00:43:54: eine kleine unschuldige Fotografiede kann gar nichts, ne?
00:43:58: Die kann ich sprechen, die kann keine Meinung einnehmen, keine Haltung einnehmen.
00:44:01: Die kann aber eins, die können Gefühle transportieren und das macht sie gefährlich.
00:44:06: Und die Betrachter schauen sich diese Fotografien an und werden natürlich mit eigenen Gefühlen, Erinnerungen, Haltung, Grenzen und so weiter konfrontiert dabei.
00:44:19: Aber das ist nicht die Schuld der Kuratoren sondern also das sind die Betrechter selber.
00:44:25: was sie daraus machen oder was bei denen angezigert wird?
00:44:30: Das weiß ich nicht und da kann ich auch kaum Verantwortung übernehmen es ist klar.
00:44:35: Aber es ist natürlich spannend und toll, aus diesem Kaleidoskop von Körperbildern schöpfen zu können als Koratoren für so eine Ausstellung.
00:44:46: Du sagst das gerade?
00:44:47: Es ist nicht schön.
00:44:48: Das finde ich sehr auch... Oder es ist wahrscheinlich nicht nur schön sind sicherlich auch sehr schöne Bilder dabei.
00:44:56: aber ich find' es interessant dass was fast wie in so einem Gegensatz zudem steht, was er als Fotograf selber gemacht hat denn... Na ja
00:45:03: sicher!
00:45:04: Also es ist für ihn völlig klar gewesen, dass er natürlich mit diesen fiktionalen Frauenbildern da bedient, ein bestimmtes Clean-Tail.
00:45:16: Das ist ganz klar!
00:45:18: Das hat ja aber nichts mit reaktionfotografischen Reaktionen auf Realitäten zu tun.
00:45:27: Null Und deswegen ist diese private Sammlung natürlich auch noch mal so ein ganz eigenes Gebiet, wo sich Bilder finden lassen die dann wirklich rein privat sind.
00:45:42: Sie sind privat sie sind divers und das zeichnet sie aus.
00:45:48: Und glaubst du, dass es auch überraschend ist für Menschen die sich vielleicht irgendwie mit der Arbeit von FC Gundlauch schon beschäftigt haben?
00:45:54: Also das sie da zum ersten Mal Dinge sehen oder was wir bei ihnen erfahren.
00:45:57: Was Sie vorher noch nicht so wussten.
00:46:00: also ich denke ja auf jeden Fall.
00:46:04: Und ich bin sowieso nicht so der Fan von schönen Ausstellungen, also es gibt Ausstellungsthemen zum Beispiel Zoralph Gibson oder Harry Cahlehen oder so.
00:46:18: da geht's ums Bild, um eine bestimmte Ästhetik die entwickelt wird über ein ganzes Leben, das ist klar.
00:46:27: Aber zum Beispiel Street Live Photography, da habe ich Street Photography aus der Sammlung FC Grundlach neun Positionen gegenübergestellt.
00:46:35: So richtig schön waren die Bilder dann auch per se nicht, sondern das reibt sich und genauso ist es in dieser Ausstellung.
00:46:45: Das ist wieder eine Themenausstellung wo weniger O A wie schön als Reaktionen kommen wird.
00:46:54: Kannst du sagen, dass für dich als Kuratorin die Herausforderung war dabei?
00:46:58: Ja diese ganzen unterschiedlichen Positionen erstmal zu fassen also auch für mich zu verarbeiten.
00:47:04: Also man sitzt ja da und macht dann wirklich, man hat so dreihundert zwanzig Bilder oder so, die man dann in so einem Park hin und her mit sich trägt, mit denen man sich extrem intensiv auseinandersetzt.
00:47:18: Man schaut sich da richtig rein.
00:47:22: Es ist tatsächlich so, dass ich, also kann man ja erzählen.
00:47:25: Also ich träume nachts von Bildern die ich ausstelle und bei mir ist es mal so witzigerweise... Ich weiß nicht woher das kommt.
00:47:32: mein Bewusstsein macht das einfach.
00:47:34: Die Personen die auf den Bildern auftauchen werden dann in meinem Traum lebendig Und krabbeln aus ihren Bilder.
00:47:40: Das ist ein bisschen wie bei Harry Potter Und
00:47:42: sprechen sie zu dir?
00:47:42: Und sagen ich möchte gerne neben der Frau mit dem Schuh
00:47:46: Nein das tun Sie, das tun sie Gott sei Dank!
00:47:49: Dann würde ich wahrscheinlich verrückt werden.
00:47:51: Aber also tatsächlich ist natürlich der Aufbau, die Ausstellung und die Hängung auch nochmal eine Herausforderung.
00:47:59: Ja das glaube ich.
00:48:03: Ich versuche mir das vorzustellen dass man vielleicht wie so ein emotionalen Parkour irgendwie da durchbaut.
00:48:07: oder wo nach gehst du wenn du dich entscheidest?
00:48:11: Oder bist du im Gespräch vielleicht mit FC Gundlach gedanklich?
00:48:17: Also ja auch!
00:48:20: Also man geht erstmal ganz pragmatisch vor.
00:48:23: Es gibt Menschen, die konzipieren ihre oder lassen konzipierend sogar ihre Ausstellungen von Ausstellungs-Designern.
00:48:31: Die machen dann über ein Internet einen Raum auf und es gibt die Wände und da können sie auf drei Meter fünfundsiebzig genau oder also auf Zentimeter genau werden diese Bilder konzipiert.
00:48:43: das mache ich nicht.
00:48:45: Ich sammle erst mal alle Bilder gerahmt um mich herum und dann gucke ich nach zum Beispiel großen Serien, die ich so als Platzmarkierungen schon mal hänge.
00:48:57: Und dann guck ich was schließt sich daran an?
00:49:00: Was sind überraschende Wendung?
00:49:02: gibt es solitäre?
00:49:04: Das heißt also Bilder, die hervorragend für sich alleine ohne Kontext existieren können, gibt es spannende Gegenüberstellungen?
00:49:11: Gibt es Sachen, die überhaupt nicht zusammengehen die sollte man dann vielleicht gerade mal ausprobieren zusammen zu hängen.
00:49:20: Also
00:49:21: um neue Kontexte aufzumachen, dann gibt es einfach Sachen von der Komposition her oder von der Technik ja, die man zusammenhängen kann und das Ganze wird wahrscheinlich hängen auf sehr neutralem grauen Grund.
00:49:37: also ich bin nicht so ein Farbfreak.
00:49:40: Also, wie jedenfalls was Ausstellungen anbetrifft.
00:49:43: Ich hänge mal ganz gerne auf neutralem Grund und dann bekommt das so ein bisschen noch etwas Neutralisierendes und die Bilder selbst dienen.
00:49:53: es ist dann vorbehalten zu glitzern und sich in ihrer Wirkung über diese Räume zu entfalten und miteinander auch in Dialog zu treten, was beabsichtigt ist.
00:50:02: Gibt es noch was, was du noch gerne hinzufügen würdest zur FT-Gundlage?
00:50:06: Zu eurer Zusammenarbeit oder der Ausstellung?
00:50:08: Also ich wollte noch mal sagen, dass diese private Sammlung von FC Gundlach für den glaube ich eine extrem große Freiheit dargestellt hat.
00:50:18: Und zwar alle diese Bilder die er gesammelt hat aus diesen ganz vielen unterschiedlichen Welten und Sichtweisen und Richtung.
00:50:31: Perspektiven haben sozusagen bei ihm so ein Heimat gefunden Und vor allem sie durften... Es hört sich ein bisschen blöd an, aber sie durfte da sein.
00:50:47: Der hat diese ganzen unterschiedlichen Meinungen einen Platz gegeben in seiner Sammlung und auch einen Raum gegeben damit einfach so sein zu dürfen.
00:51:00: Das traf dann natürlich auch übergeordnet auf seine eigene Person zu Und deswegen ist es so wichtig auch zu betonen, dass das eine private Sammlung ist.
00:51:12: Die natürlich in gewisser Weise öffentlich ist, soweit sie öffentlich gemacht wird im Form von Ausstellung.
00:51:18: Aber ich glaube, das war einfach ein Ausdruck des So-Seins für ihn und ... Das ist nicht der schlechteste, eine solche Ausdrucksmöglichkeit überhaupt für sich zu finden und das zu leben.
00:51:34: Und das auch zu teilen?
00:51:36: Auf jeden Fall!
00:51:37: Wenn junge Fotograferinnen heute auf das Werk von FC Gundlach schauen also welche Elemente würdest du sagen oder was an seiner Herangehensweise ist heute vielleicht noch relevant oder inspirierend?
00:51:50: oder würde es so sagen dass schon historisch sozusagen seine Positionen?
00:51:57: Also Herr Grundlach ist eine historische Position.
00:51:59: Das ist klar bei jemandem, der im Jahr neunzehnt sechs in zwanzig geboren ist.
00:52:04: das ist eine historice position.
00:52:06: der wird es ich bin ja selbst Historikerin oder Kunst-Historikerin dass mit Geschichte.
00:52:14: Das heißt ja nicht, dass man sich mit Geschichte beschäftigt das es alles grau verstaubt und weit weg ist sondern gerade die Geschichte von Bildern oder alte Bilder oder ältere Bilder können wirken auf die Emotionalität.
00:52:33: Und das ist unabhängig vom Alter wo sie entstanden sind.
00:52:39: Von daher ist das natürlich auch wieder brandaktuell.
00:52:43: Bilder zu sehen, also erstmal die analog haptisch wirken.
00:52:49: Also nicht über so ein Monitor in irgendeiner Form, der eine kalibriert den so oder andere so und wir haben zwar unterschiedliche Bilder.
00:52:56: Sondern die kann man analog angucken.
00:52:59: Die sind so wie sie sind.
00:53:00: das sind auch nicht nur irgendwelche flachen Dinger sondern Null eins Null Eins zusammengesetzt, sondern die sind haptisch.
00:53:08: Das sind Objekte mit verschiedenen Techniken, die ganz unterschiedlich aussehen, die von der Größe unterschiedlich sind und die von der Intensität, also unglaublich variabel sind.
00:53:21: Und auch wirklich und psychologisch nachwirken.
00:53:25: Also genauso wie ich von den Dingern träume, wünsche ich mir dass die Betrachter dieser Bilder wirklich davon träumen und vielleicht im Traum zu ganz neuen Ufern vorstoßen.
00:53:37: Gute Nacht!
00:53:41: Danke das hat Spaß gemacht.
00:53:43: Du wie du?
00:53:43: Das war's?
00:53:46: In der Ausstellung Cocktail Prolongé zeigt Sabine Schnakenberg eine weniger bekannte Seite von FC Gundlach.
00:53:52: Einen Sammler mit Humor, Neugier und großer Offenheit für Gegenentwürfe Brüche und ungewöhnliche Perspektiven.
00:54:00: Mein Tipp wäre Sabine Schnakenberg und ihren Blick auf die Sammlung von FC Gundlach persönlich erleben möchte sollte an einer ihrer Kuratorinnenführungen teilnehmen.
00:54:10: Die finden am XXIII.
00:54:12: Juli und am XX.
00:54:14: August jeweils um sechzehn Uhr in den Deichtorhallen statt.
00:54:19: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zur nächsten Ausgabe von.
00:54:21: Das ist Kunst, sagt Jumoko Lissani!
00:54:25: Das ist Kuntst ist eine Produktion der Deichtoren Hamburg in Kooperation mit Byte
00:54:30: FM.
00:54:31: Redaktion Priska Dolling Gabriella Basso Und Matthias Schönebäumer.
00:54:37: Die Musik kommt von Alex Blanke das Logodesign von Gabriella Basso Moderation und Produktion Jumoke Ulu Sanmi.
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